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| ![]() „Habt keine Angst!“ – Christus macht wirklich frei!vor 35 Stunden in Kommentar, 2 Lesermeinungen Gedanken anlässlich des 20. Todestages von Johannes Paul II./ Karol Wojtyła, dessen Botschaft gerade heute besonders aktuell ist – auch für unsere Kirche. Von Martin Lohmann Vatikan (kath.net) Den 2. April 2005 haben viele, vor allem viele katholische Christen, wohl noch in guter Erinnerung. Denn an diesem Tag endete die Ära eines Großen. An diesem Tag wurde Johannes Paul II. heimgerufen ins Haus des himmlischen Vaters. Der 2014 heiliggesprochene Papst bewegte unzählige Herzen und Seelen. Aus irdischer Sicht gibt es rund um den Globus die aus dem Glauben genährte Gewissheit, seit nunmehr 20 Jahren einen ganz besonderen, einen außergewöhnlichen Fürsprecher für die Weltkirche bei Gott zu haben. Wer ihm persönlich begegnen konnte, spürte es unmittelbar: Der aus Polen stammende Pontifex war eine ebenso faszinierende wie authentische große Persönlichkeit. Es umgab ihn die Aura eines sensiblen, hellwachen, geistreichen, interessierten, geist- und herzgroßen sowie gottvertrauten Mannes Gottes. Der Gesegnete vermittelte seinem Gegenüber Segen. Auf der Suche nach dem Quell der vielfältigen Dynamik einer derart begabten angstfreien und entschiedenen Person, die als Stellvertreter Christi auf Erden bis zum letzten Atemzug treu den empfangenen Auftrag ausführte, wäre es wenig überraschend, den liebenden und beauftragenden Gott zu nennen. Der Pole auf der Cathedra Petri, der die Tyrannei selbst erlebt hatte und als Philosoph und Theologe nicht satt werden konnte beim Nachspüren dessen, was den Menschen ausmacht und auszeichnet, verband seine marianische Treue zum Gottessohn als das große M unter dem Kreuz mit der intellektuellen Redlichkeit eines Gelehrten, der anderen zu deren Wohl das Erkannte weiterreichen wollte. Die sich als süße und lockende Speise tarnende tödliche Unlogik einer gottlosen sogenannten Aufgeklärtheit schmerzte ihn. Nicht nur im persönlichen Gespräch blitzte bei aller Hoffnungsstärke und aller Geborgenheit in Gott eine – freilich angstfreie und daher nicht lähmende – Sorge um suizidale Entwicklungen der Menschheit in seinen Gesichtszügen auf. Er konnte und wollte nicht ruhen, die Wahrheit zu verkünden, die Freiheit zu beleuchten und das Leben zu schützen. Vor allem drei Begriffe könnten eine spürbar ruhelose Sehnsucht bei Johannes Paul II. zum Ausdruck bringen: Leben. Wahrheit. Freiheit. Für Johannes Paul II. gab es kein Abschneiden des Lebens von Wahrheit und Freiheit. Wo er den einen Begriff nannte, schwangen die beiden anderen stets mit. Freiheit war für ihn das Gegenteil von Willkür. Freiheit war für ihn – etwa im Blick auf die Ehe als Abbild der Liebe Gottes zu seiner Kirche – eine Entscheidung aus Freiheit in Liebe für die Treue der Verantwortung. Nicht zuletzt jungen Menschen genau dies immer wieder – zum Beispiel bei den Weltjugendtagen, zu denen er Millionen anzog – erklärend zu schenken, beseelte ihn auch noch als betagter und von Krankheit gezeichneter Apostel des Lebens. Die Freiheit sei eine Gabe des Schöpfers, bedeute aber niemals Willkür. Wer sich anlässlich seines 20. Todestages in seine Texte und seine Mission vertieft, wird überall hochaktuelle Weisheiten finden, die gerade heute wie notwendig Ausrufezeichen und Aufträge wirken. Zum Beispiel dies: „Das Leben zu verteidigen und zu fördern, in Ehren zu halten und zu lieben ist eine Aufgabe, die Gott jedem Menschen aufträgt, wenn er ihn als sein pulsierendes Abbild zur Teilhabe an seiner Herrschaft über die Welt beruft. Es kann (...) keine echte Demokratie geben, wenn nicht die Würde jeder Person anerkannt wird und seine Rechte nicht respektiert werden.“ Genau in diesem Sinne begann sein Pontifikat mit der unmissverständlichen, heute aber offenbar bis hinein in die Kirche selbst vergessenen Botschaft: „Habt keine Angst! Öffnet die Pforten für Christus den Erlöser!“ Er, der selbst zu einem Apostel der Menschenrechte wurde, wollte die Kirche zu einer engagierten Anwältin der Menschenrechte machen. Frieden und Freiheit - das waren für ihn keine leeren Begriffe, mit denen er jongliert hätte, sondern die logische Konsequenz aus der Vertrauens- und Herzensnähe zum Schöpfergott selbst. Das bezeugte Johannes Paul II. überall auf der Welt. Ein Weltenpastor und Brückenbauer. Ein Mutmacher. Ein Zeuge der Hoffnung. Sein enger Vertrauter und Nachfolger, Benedikt XVI., beschrieb als Kurienkardinal das einmal so: „Wenn er wie ein Paulus um des Evangeliums willen rastlos auf dem Weg ist, bis an die Grenzen der Erde, wenn er allen nahe sein will und keine Gelegenheit zur Verkündigung auslässt, dann geht es nicht um Werbung, nicht um Popularität, dann gilt wirklich das Apostelwort: Die Liebe Christi drängt mich (2 Kor 5,14). In seiner Nähe spürt man: Es geht ihm um den Menschen, weil es ihm um Gott geht.“ Was Freiheit aus christlicher Sicht bedeutet und wie man sie im Heute verstehen darf und kann, hat 1996 Johannes Paul II. in seiner berühmten Rede am Brandenburger Tor bei seinem letzten Deutschlandbesuch zum Ausdruck gebracht. Einige wichtige Passagen sollen hier zitiert sein: Und weiter: „Der Mensch ist zur Freiheit berufen. Die Idee der Freiheit kann nur da in Lebenswirklichkeit umgesetzt werden, wo Menschen gemeinsam von ihr überzeugt und durchdrungen sind – in dem Wissen um die Einmaligkeit und Würde des Menschen und um seine Verantwortung vor Gott und den Menschen. Da – und nur da –, wo sie zusammen für die Freiheit einstehen und in Solidarität für sie kämpfen, wird sie errungen und bleibt sie erhalten. Die Freiheit des Einzelnen ist nicht zu trennen von der Freiheit der anderen, aller anderen Menschen. Wo die Menschen ihren Blick auf das je eigene Lebensfeld begrenzen und nicht mehr bereit sind, auch ohne Vorteile für sich selbst sich für andere zu engagieren, da ist die Freiheit in Gefahr. In Solidarität gelebte Freiheit demgegenüber wirkt sich aus im Einsatz für Gerechtigkeit im politischen und sozialen Bereich und lenkt den Blick auf die Freiheit. – Es gibt keine Freiheit ohne Solidarität.“ Der Papst aus Polen rief geradezu mahnend den Menschen nicht nur in Berlin, sondern in ganz Europa zu: „Achtet die unantastbare Würde eines jeden Menschen, vom ersten Moment seiner irdischen Existenz bis hin zum letzten Atemzug! Erinnert euch immer wieder an die Erkenntnis, die euer Grundgesetz allen anderen Erklärungen voranstellt: Die Würde des Menschen ist unantastbar! Befreit euch zur Freiheit in Verantwortung! Öffnet die Tore für Gott!". Das neue „Haus Europa“ brauche vor allem die Luft zum Atmen, geöffnete Fenster, „durch die der Geist des Friedens und der Freiheit eindringen kann. Europa braucht nicht zuletzt deshalb überzeugte Türöffner, also Menschen, die die Freiheit schützen durch Solidarität und Verantwortung.“ Und schließlich sagte der Pontifex: „Der Mensch ist zur Freiheit berufen. – Ihnen allen, die Sie mich jetzt hören, verkündige ich: Die Fülle und die Vollkommenheit dieser Freiheit hat einen Namen: Jesus Christus. Er ist der, der über sich bezeugt hat: Ich bin die Tür. In ihm ist den Menschen der Zugang geöffnet zur Fülle der Freiheit und des Lebens.“ Man möchte, angesichts vieler heutiger Verwirrungen und mentaler Irritationen wie auch angesichts der geistigen und nährstoffarmen Heimatlosigkeit, die allenthalben beobachtet werden kann, Mutter Teresa gerade jetzt zustimmen, als sie bekannte, dieser Papst sei vielleicht das größte Geschenk Gottes an diese Zeit. Dieses „Geschenk“ sollte und könnte neu entdeckt werden, zum Beispiel mit seiner „Theologie des Leibes“, die von der Zu-Mutung und Befähigung zur Ehrfurcht und zum Respekt ausgeht und den Menschen zu einer nachhaltigen Aufklärung einlädt. Es ist zu erinnern an das Wort des Papstes bei dessen erstem Deutschlandbesuch 1980 auf dem Butzweilerhof in Köln, man könne nicht nur auf Probe leben und auf Probe lieben. Die in dieser Botschaft dargereichte Wahrheit will nach wie vor aus dem Aberglauben eines Lebens mit ausschließlicher Verantwortung sich selbst gegenüber herausreißen und in größere Dimensionen führen. Mag sein, dass die Unerschrockenheit und angstfreie Klarheit, mit der Johannes Paul II. auftrat im Namen eines einzigen und großen Gottes, dem er demütig diente, in einem Weltplan irritiert, der nur noch eigenes Wollen und Können zum Maßstab zulässt oder kennen will. Übrigens: Johannes Paul II. ließ nicht die Spur eines Zweifels daran, wie wichtig ihm die Neuevangelisierung des alten Kontinents ist. Für das europäische Haus forderte er immer wieder die Luft zum Atmen, den freien Blick nach oben. Er wurde nie müde, die Menschen daran zu erinnern, dass wirklich menschengerechtes Leben in Europa nur möglich sei, wenn zu aller materiellen Sicherheit die Weite der christlichen Kultur hinzukommt. Mehr noch: Ihm war bewusst, dass ohne die Dimension der göttlichen Botschaft dieses gemeinsame Haus leblos und lebensfeindlich, also letztlich unmenschlich werden würde. Weil er sich konsequent am alleinigen, einzigen dreifaltigen Gott orientierte, war dieser mitten in der modernen Welt wirkende Petrusnachfolger immer wieder unbequem. Dem Zeitgeist passte er sich nicht an. Die Wahrheit hingegen, die vom Gottessohn Jesus Christus kommt und die Er selbst ist, blieb Johannes Paul II. durchgehend die einzige Richtschnur. Sein päpstliches Wappen mit dem einfachen Kreuz und dem großen „M“ darunter war ebenso wegweisend wie fordernd. Es bezeugt die Glaubens- und Liebestreue von Karol Wojtyla/Johannes Paul II., beim Herrn zu bleiben - wie Maria und Johannes einst, die als einzige blieben - in aller Konsequenz bis zum irdischen Schluss. So wurde auch der Todestag am 2. April 2005 zu einem für Johannes Paul passgenauen Zeugnis. Seine Überzeugungskraft ist wohl auch das Ergebnis eines einzigartigen Zusammenklangs von metaphysischer Erfahrung, phänomenologischer Erkenntnis, mystischer Tiefe und ästhetischer Beobachtungsgabe - und natürlich dem Wissen, dass die Wahrheit wirklich frei macht (Jo 8,32). Dr. h.c. Martin Lohmann, Theologe, Historiker, Publizist und Medienethiker, hat Johannes Paul II. immer wieder begleitet und auch für ihn gearbeitet. Der Journalist und Buchautor gehört zu den wirklichen Kennern des außergewöhnlichen Papstes und hatte zahlreiche Gelegenheiten zum persönlichen Gespräch. Lohmann weiß sich bis heute dankbar diesem Petrusnachfolger verbunden und verpflichtet, was er u.a. auch als Vorsitzender des Vereins „Europa Pro Pontifice“ (EPP) zum Ausdruck bringt. Archivfoto: Papst Johannes Paul II. empfängt Martin und Heike Lohmann Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() Lesermeinungen
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