Papst Leo XIV.: Entwaffnet die Worte und Bilder – für eine Kommunikation des Friedens

12. Mai 2025 in Aktuelles


Warum die Zukunft der Menschheit von einer entwaffneten Kommunikation abhängt. Ein Weckruf an die Medien, Diener der Wahrheit und Baumeister des Friedens zu sein. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) In einer bewegenden Ansprache an die internationalen Medienvertreter hat Papst Leo XIV. bei der Audienz in der Aula Paolo VI für die Medienhschaffenden die entscheidende Rolle des Journalismus in einer Zeit tiefgreifender Umbrüche hervorgehoben. Die Medien seien nicht bloß Übermittler von Informationen, sondern Mitgestalter einer Kultur – fähig, Räume des Dialogs zu schaffen oder zu zerstören.

„Selig, die Frieden stiften“ – mit diesem Wort Jesu aus der Bergpredigt richtete sich der Papst an das Gewissen der Kommunikatoren unserer Zeit. Eine andere Art der Kommunikation sei notwendig: eine, die nicht um jeden Preis Zustimmung suche, sich nicht in aggressive Worte kleide und Wahrheit nicht von Liebe trenne. Der Appell war klar: Frieden beginnt im Herzen jedes Einzelnen und äußert sich in unserem Blick, unserem Zuhören, unserem Sprechen über andere.

Besonderes Gewicht erhielt die Solidaritätsbekundung mit jenen Journalisten, die für das Ringen um Wahrheit inhaftiert wurden – jene mutigen Zeugen, die selbst unter Lebensgefahr über Kriege berichten. Der Papst forderte ihre Befreiung. Ihre Not rufe die internationale Gemeinschaft auf den Plan: Es gelte, das kostbare Gut der Presse- und Meinungsfreiheit zu verteidigen. Das Leid dieser Journalisten rufe das Gewissen der Nationen an

„Dank für euren Dienst an der Wahrheit“: Dank sprach Leo XIV. auch für die jüngste mediale Begleitung der Kirche aus – vom feierlichen Erleben der Karwoche bis zum Tod von Papst Franziskus, dessen Heimkehr ins Licht der Auferstehung gestellt wurde, und dem darauffolgenden Konklave, das unter großer medialer Aufmerksamkeit stand. Es sei auch gelungen, die Schönheit Christi, die uns alle vereine, zu erzählen.

Doch die Medien seien nicht nur Chronisten der Geschichte, sondern auch gefordert, Verantwortung in einer Zeit zu übernehmen, die oft von Spaltung und ideologischer Sprachverwirrung geprägt sei. Insbesondere im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz gelte es, Technik in den Dienst des Gemeinwohls zu stellen – mit Verantwortung und Unterscheidungskraft.

In Anlehnung an den heiligen Augustinus erklang ein entschlossener Appell: „Leben wir gut, dann werden auch die Zeiten gut. Wir sind die Zeiten“. Medien seien dazu aufgerufen, aus Stereotypen auszubrechen und das Wesentliche des Menschseins zu erfassen – das, was uns verbindet, nicht trennt.

Am Schluss stand ein eindringlicher Wunsch: Die Welt braucht eine entwaffnende Kommunikation – ohne Vorurteile, ohne Fanatismus, ohne Hass. Kommunikation sei nicht nur Übermittlung von Information, sondern das Schaffen einer Kultur. Eine leise, hörende, menschliche Kommunikation. „Entwaffnen wir die Worte – und wir werden dazu beitragen, die Erde zu entwaffnen.“

Der Appell des Papstes bleibt: Wählt bewusst den Weg des Friedens. Die Zukunft des Journalismus – und damit der Gesellschaft – liegt in der Wahrheit, die aus Liebe gesprochen wird.

Die Audienz endete mit dem päpstlichen Segen für alle Teilnehmer. 

 


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